Japan

Yokohama Highlights – Mehr als nur Tokios Anhängsel

Hikawa Maru Schiff NYK Maritime Museum

Yokohama wird bei einer Japanreise meistens links liegen gelassen. Das ist doch nur das Anhängsel von Tokio mit ein bisschen Hafen. Lohnt also nicht. Weit gefehlt. Wenn Ihr eine Pause von Tokios Hektik braucht und keine Lust auf Wandern in Kamakura & Co. habt, dann ab nach Yokohama. Ein bis zwei Tage sind gut investierte Zeit. Hier meine persönlichen Yokohama Highlights.

Yokohama Highlights

Mit der Tokyo Line kommt Ihr in 40 Minuten auf direktem Weg nach Yokohama. Ausgangspunkt für ein gepflegtes Sightseeing ist der Yokohama Landmark Tower (Minatomirai Station). Damit seid Ihr auch schon mitten drin im touristischen Epizentrum, der Uferpromenade. Besonders am Wochenende herrscht hier Hochbetrieb. Einer in den Reiseführern angepriesenen Highlights ist das Red Brick Warehouse, ein historischer Gebäudekomplex aus dem frühen 20. Jahrhundert.

Das lohnt sich aber nicht wirklich. Die Gebäude werden innen als Shopping- und Food-Meile genutzt und draußen findet im Herbst das Oktoberfest statt. Letzteres hat auf der anderen Seite seinen speziellen Charme. Es verblüfft immer wieder, dass es die Bayrisch-kulinarische „Hochkultur“ sogar bis nach Asien schafft. Die Japaner lieben es und sind dabei selbst nach der zweiten Maß Bier noch – typisch japanisch – höflich und diszipliniert.

  • Power Nap an der Uferpromenade
  • Hafenviertel von Yokohama
  • Oktoberfest beim Yokohama Brick Warehouse

Apropos höflich und diszipliniert. Trotz, oder gerade wegen des Trubels im Hafenviertel, kann ich Yokohama auch am Wochenende empfehlen. Die Japaner sind selbst bei größeren Ansammlungen sehr angenehme Zeitgenossen und es macht Spass, sich in der Menge treiben zu lassen.

Insgesamt hat mich Yokohama stark an meinen Osaka-Trip erinnert. Ähnlich wie Osaka bietet Yokohama nicht annähernd die Fülle an Sehenswürdigkeiten wie Tokio & Co. Dafür bekommt Ihr ganz andere Einblicke in den Alltag der Japaner. Einen Tag solltet Ihr Euch auf jeden Fall Zeit nehmen und selbst in zwei Tagen gibt es genug zu entdecken. Hier im Schnelldurchlauf meine persönlichen Yokohama Highlights.

Yokohama Museum of Art

Gleich „um’s Eck“ von der Minatomirai Station aus gesehen findet Ihr das Yokohama Museum of Art. Wenn Ihr auf moderne Kunst steht, dann sind die ein bis anderthalb Stunden gut investiert. Neben japanischen Künstlern findet Ihr auch Werke internationaler Hochkaräter wie Robert Rauschenberg, Paul Klee oder Jasper Johns. Das Museum hat eine schön entspannte Atmosphäre und bietet die perfekte Mischung aus Malerei, Skulpturen und Fotokunst.

Yokohama Landmark Tower

Nur zwei Minuten vom Museum of Art entfernt steht der Yokohama Landmark Tower (296 m). Keine Ahnung wie es Euch geht, aber bei mir ist es fast schon ein Zwang, auf solche Türme raufzugehen. Für den Kick eines sagenhaften (360 Grad) Panoramablicks nehme ich sogar Schlange stehen mit anderen Touristen, enge Aufzüge und hohe Eintrittspreise (1.000 Yen) in Kauf. Die Bilder ähneln sich überall auf der Welt und trotzdem bleibt immer etwas Spezielles hängen. Always the same, always different. Besonders wenn endlich mal, wie hier in Yokohama, die Scheiben ordentlich geputzt sind.

  • Blick vom Yokohama Landmark Tower
  • Blick vom Yokohama Landmark Tower
  • Blick vom Yokohama Landmark Tower

NYK Maritime Museum

NYK steht für Nippon Yusen Kabushiki Kaisha und ist eines der größten Logistik- und Transportunternehmen der Welt. Das NYK Maritime Museum zeigt neben der Geschichte der japanischen Seefahrt auch die Geschichte des Unternehmens. Die Ausstellung selbst fand ich nicht so prickelnd.

Viel mehr beeindruckt hat mich die zum Museum gehörende Hikawa Maru. Den alten Passagierdampfer, Jahrgang 1930, könnt Ihr von innen besichtigen. Die Einrichtung ist weitgehend im Originalzustand und Ihr werdet regelrecht in die 30er Jahre zurück katapultiert. Fasziniert hat mich besonders die akribische (Foto-) Dokumentation einer zweiwöchigen Überfahrt nach Seattle aus dieser Zeit. Unbedingt anschauen.

  • Hikawa Maru Schiff NYK Maritime Museum
  • Hikawa Maru Schiff von innen

China Town

Von Hikawa Maru aus erreicht Ihr in zehn Fußminuten das Mitte des 19. Jahrhunderts gegründete China Town. Außer dem Kuan Ti Miao Temple (Emperor Guan’s Shrine) gibt es keine touristischen Highlights im klassischen Sinne. Trotzdem hat das Viertel abends durch die leicht „schummrige“ Beleuchtung eine sehr besondere Atmosphäre.

Neben den typisch chinesischen Restaurants und Takeaways findet Ihr an jeder Ecke professionelle Handleser und Wahrsager, deren Dienste die Japanern offensichtlich gerne in Anspruch nehmen. Ich hab’s sein lassen, nicht nur wegen der Sprachbarrieren. Bei meinen nächsten Schritten im Leben vertraue ich lieber auf meinen Instinkt – und auf Google Maps.

  • China Town in Yokohama
  • Food-Meile in China Town
  • Restaurant in China Town
  • Restaurant in China Town
  • Handleserin in China Town
  • Tempel in China Town

Koganecho

Falls Ihr nach Eurem Stop in China Town noch Energie habt, dann lohnt sich der 30-minütige Fußmarsch nach Koganecho. Yokohama wird sowieso nicht übermäßig von ausländischen Besuchern geflutet, aber hier seid Ihr als Tourist (noch) weitgehend alleine auf weiter Flur. Das hängt möglicherweise auch mit dem schlechten Ruf als ehemaliger Red Light District zusammen.

Mittlerweile „befriedet“, entwickelt sich besonders entlang des Ooka River eine interessante Kunst- und Kneipenszene. Ähnlich wie China Town, entfaltet das Viertel sein besonderes Ambiente in den Abendstunden. Hier und da findet man zwar immer noch bunte „Massagestudios“, aber die wilde Zeit der Drugs & Girls ist definitiv vorbei. Eine ausführliche Beschreibung der Geschichte Koganechos findet Ihr auf japantimes.co.

  • Bar in Koganecho
  • Bar in Koganecho
  • Kiosk in Koganecho
  • Wohnviertel in Koganecho
  • Kiosk in Koganecho

Motomachi

Wenn Ihr zwei Tage für Yokohama eingeplant habt, dann lohnt sich ein Abstecher nach Motomachi. Das ehemalige Fischerdorf, nur zehn Fußminuten von China Town entfernt, ist so etwas wie der „Prenzlberg“ Yokohamas. Im Vergleich zu anderen Vierteln geht es hier noch mal ein Stück internationaler zu.

Am meisten los ist auf der Motomachi Shopping Street, dem Dreh- und Angelpunkt. Ganz nett, aber natürlich kein Vergleich zum nahegelegenen Shopping-Paradies Tokio. Ich empfehle Euch eher mit der Kamera durch die kleinen Seitenstraßen zu streifen und den Tag in einem der vielen charmanten Cafés oder Restaurants ausklingen zu lassen. Tschüss Yokohama, bis zum nächsten Mal!

  • Wohnviertel in Motomachi
  • Seitenstraße in Motomachi
  • Eigenwillige Außenfassaden in Motomachi
  • Wohnviertel in Motomachi

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