Drei Wochen Südkorea – Meine Routentipps

Südkorea ist ein perfektes Reiseland. Es ist nicht zu groß, es ist sicher und bietet die geniale Mischung aus Megacities und atemberaubender Natur. Drei Wochen sind ideal, um alle Facetten kennenzulernen. Hier meine Routentipps für drei Wochen Südkorea.

Drei Wochen Südkorea – Die Touren

Obwohl ich geübt darin bin, war die Planung diesmal herausfordernd. Südkorea gehört (noch) nicht zu den top Destination und es gibt daher wenig Infos über die gängigen Reiseführer hinaus. Besonders wenn Euch abgelegenere Ecken interessieren, wird es neben vereinzelten Blogs sehr dünn und über die lokalen Fremdenverkehrsämter konnte ich nur wenig herausbekommen.

Wachen am Kaiserpalast

Beim Reisen ist mir eine gute Mischung aus Stadt, Kultur und Natur wichtig. Das macht die Reiseplanung zwar aufwändiger, am Ende wird man aber mit der Vielzahl an Eindrücken belohnt. Die Route besteht aus sechs Stationen und ist neben der oben genannten Abwechslung auf eine geringe Distanz zwischen den Stops ausgelegt. Reisezeit war Ende September bis Mitte Oktober.

Seoul – Welcome to Korea

Cheonggyecheon Stream

Obwohl Seoul fast zehn Millionen Einwohner hat, ist die Koreanische Hauptstadt entspannter als andere Megacities. Ähnlich wie Tokyo ist auch hier die Kriminalitätsrate sehr gering. Ihr könnt zu jeder Tages- und Nachtzeit herumlaufen, ohne große Angst vor Taschendieben oder Überfällen zu haben. Siehe dazu auch meinen ersten Beitrag über Südkorea.

Blick vom Seoul Tower

Eine Woche solltet Ihr einplanen, um alle Highlights in Ruhe anschauen zu können. Da die Preise im Vergleich zu anderen Metropolen noch moderat sind, lohnt sich eine Unterkunft im Zentrum. Das spart lange Anfahrtswege und Ihr seid “mitten drin”. Mein Tipp für das erste Mal Seoul ist das quirlige Shopping-Viertel Myeong-dong (Metro Hotel Myeongdong).

Hanok Village

Gurye – Hiking und Schwarzbären

Tour-Start Hwaeomsa Tempel zum Nogodan-Gipfel

Eine Reise nach Südkorea ohne einen Nationalpark zu besuchen ist möglich, aber nicht sinnvoll. Siehe dazu meinen Beitrag 6 Fakten über Südkorea. Die erste Option war der Seoraksan-Nationalpark, der als einer der schönsten gilt. Am Ende habe ich mich für den Jirisan-Nationalpark entschieden, da er direkt auf meiner Route Richtung Tongyeong und Busan liegt.

Hwaeomsa Tempel

Zum Übernachten kann ich Gurye (Hotel Jirisan Ah-Chim) empfehlen. Der kleine Ort liegt am südwestlichen Rand des Parks und ist ein guter Ausgangspunkt für Hiking-Touren. Eine der wenigen Infos zu den Wanderstrecken findet Ihr hier. Mietet Euch am besten ein Auto, Ihr spart damit viel Zeit. Die Busverbindungen sind bei weitem nicht so gut wie in den großen Städten.

Warnhinweise Schwarzbären

Tongyeong – Kontrastreich

Dongpilang-Village

Tongyeong ist ein interessanter Gegensatz zu Busan, der nächsten Hafenstadt auf meiner Route. Im Gegensatz zum “Hamburg Südkoreas” geht es hier bodenständiger zu. Die 140.000-Einwohner-Stadt ist voll auf Fischfang ausgelegt und wirkt auf den ersten Blick sehr “funktional”. Trotzdem gibt es einige Highlights, die es zwei bis drei Übernachtungen wert sind.

Dongpilang-Village (2)

Ein Geheimtipp ist Tongyeong schon länger nicht mehr, aber die Besucherflut hält sich zum Glück in Grenzen. Apropos Hafenstadt: Fans von Meeresgetier sind hier goldrichtig. Rund um den Hafen reiht sich ein Fischrestaurant an das nächste. Und die noch zappelnden Zutaten für ein kulinarisches Erlebnis könnt Ihr vorher beim Schlendern über den imposanten Fischmarkt begutachten.

Blick vom Mireuksan

Busan – Das Hamburg Südkoreas

Maechukji Village

Busan wird in den Reiseführern als “Hamburg Südkoreas” bezeichnet. Da ich kein großer Hamburg-Fan bin, war meine Erwartung auch nicht so hoch. Empfangen wurde ich direkt bei der Ankunft von den Ausläufern eines heftigen Taifuns, der mich anderthalb Tage im Hotelzimmer festhielt. Auch gut, so konnte ich mich nach der Reiserei entspannen und mich vorbereiten.

Haedong-Yonggung-Tempel

Die zweitgrößte Stadt Südkoreas punktet mit ihrer Vielfalt. Die Infrastruktur ist Seoul sehr ähnlich, plus dem Flair einer Hafenstadt. Neben Museen und Tempelanlagen findet Ihr dort kilometerlange Strände, eine top Gastronomie und einen der größten Fischmärkte Asiens. Die Attraktivität Busans sorgt aber auch für steigende Touristenzahlen. So be it, bin ja selbst einer.

Haeundae-Beach

Gyeongju – Hiking durch die Jahrhunderte

  • Dauer: 3 Tage
  • Anschauen: Siehe Südkorea – Gyeongju
  • Übernachten: Sugar Hotel
  • Highlight: Die Hiking-Tour zum Namsang-Peak mit atemberaubenden Ausblicken. Vorbei an alten Buddha-Statuen, Pagoden und Tempeln kommt man sich vor wie ein Wanderer durch die Jahrhunderte.
Alte Pagode – Abstieg vom Mt. Namsan

Die alte Hauptstadt Gyeongju ist ein wahres Freilichtmuseum. Die Dichte an historischen Stätten ist immens und immer noch werden neue entdeckt. Wenn Ihr abseits der Parks stöbert, könnt Ihr Archäologen beim professionellen Buddeln beobachten. Das wirkliche Highlight waren für mich aber die grasbewachsenen Grabhügel, die eine fast mystische Ausstrahlung haben.

1.400 Jahre alte Sternwarte – Gyeongju

Gyeongju selbst ist eine typisch koreanische Kleinstadt. Trotz der vielen Touristen ist die Atmosphäre entspannt. Besonders der hipsteresque Teil südlich der Hauptstraße bietet eine Menge charmanter Cafés und kleiner Läden. Nehmt Euch darüber hinaus auf jeden Fall Zeit für ein ausgiebiges Tempel-Hiking im Nationalpark – dann sind drei Tage Gyeongju eine Runde Sache.

Grabhügel in Gyeongju

Seoul – Goodbye Korea

National Museum of Modern and Contemporary Art

Obwohl ich das Wesentliche schon im ersten Teil gesehen hatte, habe ich mir am Ende noch mal drei Tage für Seoul Zeit genommen. Ohne “Sightseeing-Druck” kann man stundenlang mit der Kamera herumstreifen, in Cafés abhängen, Museen anschauen und das Nachtleben testen. Letzteres fällt mir etwas schwer, da nur wenige Städte mit Berlin konkurrieren können.

Hongdae Shopping Street

Ein dominantes Thema ist die japanische Besatzungszeit Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts, die immer noch für ein angespanntes Verhältnis mit Japan sorgt. Neben dem Modern History Museum (Busan) zeigt die Seodaemun Prison History Hall in schonungsloser Weise einer der dunkelsten Epochen Koreas. Unbedingt zu empfehlen, wenn Euch die Geschichte Koreas interessiert. 

Seodaemun-Gefängnis

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