Japanischer Lifestyle – Zwischen individuell und angepasst

Neben den touristischen Hotspots sind es vor allem die Japaner selbst, die jeden Besucher begeistern. Es ist die Mischung aus Liebenswürdigkeit, perfekter Organisation, Disziplin und einer oft schrägen Portion Einzigartigkeit, die das Land besonders macht. Japanischer Lifestyle in Text und Bild.

Familiär

Japanischer Lifestyle: Mutter und Tochter beim Manga-Lesen, Kyoto

Mutter und Tochter beim Manga-Lesen, Kyoto

Dass Japans Gesellschaft überaltert und eine fast beängstigend geringe Geburtenrate hat, fällt einem nicht sofort auf. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass Kinder bei fast allen Aktivitäten mit von der Partie sind, so wie man das von vielen südeuropäischen Ländern her kennt. Die japanischen Kids sind dabei wesentlich ruhiger und machen einen entspannteren Eindruck, ohne aber “dressiert” zu wirken.

Japanischer Lifestyle: Familie in Osaka

Familienausflug, Osaka

Massenkompatibel

Japanischer Lifestyle: Einkaufsstraße in Kyoto

Einkaufsstraße, Kyoto

Die Masse an Menschen, besonders in den Stadtzentren, ist beeindruckend. Noch beeindruckender ist aber, wie diszipliniert und koordiniert das Gewusel funktioniert. Und dabei wirken die Japaner trotz der Hektik und des Lärms völlig tiefenentspannt. Die Selbstorganisation, besonders in öffentlichen Verkehrsmitteln ist verblüffend und funktioniert weitaus geschmeidiger als in Deutschland. Das Verhalten in der Gemeinschaft wird sicher nicht nur durch die Jahrhunderte alte Kultur, sondern auch durch den Einfluss der Religion, wie Shintō und Buddhismus geprägt.

Japanischer Lifestyle: Shibuya Crossing in Tokio

Shibuya Crossing, Tokio

Gemeinschaftlich

Japanischer Lifestyle: Picknicker im Inokashira-Park, Tokio

Picknicker im Inokashira-Park, Tokio

Fakt ist, Japaner sind ausgehfreudiger als andere Völker. Wahrscheinlich wird der Drang nach draußen auch durch den beengten Wohnraum und die gleichzeitig moderaten Preisen in den “Verköstigungseinheiten” verstärkt. Jede Möglichkeit wird genutzt, um an die frische Luft oder in die Kneipe zu strömen. In der Regel dann in großen Gruppen, wobei es aber trotz omnipräsenter Alkoholika meistens gesittet fröhlich zugeht. Ausgehen ist hier nicht nur ein Ding der Jüngeren, sondern wird von allen Altersklassen ausgiebig praktiziert.

Japanischer Lifestyle: Bar im Omoide Yokocho Viertel, Tokio

Omoide Yokocho Viertel, Tokio

Schräg

Japanischer Lifestyle: Verkäuferinnen in einem 2nd Hand Shop, Kyoto

Second Hand Shop, Kyoto

Schräg ist nicht gleich schräg. Die Japaner sind definitiv sympathisch schräg. Trotz der Anpassungsfähigkeit in der Masse – oder vielleicht gerade deswegen – versuchen viele durch schrilles Outfit herauszustechen. Besonders junge Frauen kleiden sich häufig extravagant. Der Manga-Style dominiert hier klar. Achtet neben dem Klamottenstil auch unbedingt auf die skurrilen Werbetafeln der angepriesenen Produkte oder Institutionen wie die Maid-Cafés. Ich bin mir immer noch nicht final im klaren darüber, wie viel Augenzwinkern dahinter steckt.

Japanischer Lifestyle: Manga-Girls, Kyoto

Manga-Girls, Kyoto

Traditionell

Japanischer Lifestyle: Frauen im traditionellen Kimono, Kyoto

Frauen im traditionellen Kimono, Kyoto

“Mit Laptop und Lederhose”, so lautet der liebste Slogan der Bayern. Gleiches gilt für Japan, nur ist es hier nicht die Lederhose sondern der Kimono. So technisch hochgerüstet und schrill das Land auch ist, so stark verbunden sind die Japaner auf der anderen Seite mit ihrer Tradition. Frauen wie Männer lieben es vor allem am Wochenende, sich in ihr traditionelles Gewand zu werfen. Besonders in Kyoto ist das überall zu bewundern, aber auch landesweit in den Ryokans, den traditionellen japanischen Gasthäusern, wohin sich die Städter gerne für eine kurze Auszeit von der Moderne zurückziehen.

Japanischer Lifestyle: Tsurugaoka Hachiman-gū Tempel, Hamakura

Tsurugaoka Hachiman-gū Tempel, Hamakura

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Wenn es einen Kleidungsstil gibt welcher dominiert dann ist das der Businessstil. Mangastil hat nicht mal in Harajuku dominiert als ich das letzte Mal da war. Besonders in Kyoto ist es verbreitet, sich als Tourist für einen Tag lang in einen Kimono kleiden zu lassen. Vielleicht waren ganzen Japanerinnen in den hübschen Kimonos ja (koreanische) Touristen? 😉

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