Highlights Andalusien – Eine Woche Costa de la Luz

Andalusien ist einer meiner top Favoriten unter den Reisezielen. Es ist die Mischung aus kulinarischer Hochkultur, maurischen Einflüssen und der archaischen Landschaft, die mich fasziniert. Im April war es wieder soweit: Eine Woche Costa de la Luz rund um Cádiz mit vielen neuen Entdeckungen. Hier meine Highlights Andalusien.

Highlights Andalusien

Andalusien kann man grob in die beiden Küstenabschnitte Costa del Sol (Mittelmeer) und Costa de la Luz (Atlantik) einteilen. Ausgiebigeres Party- und Strandleben – und damit auch mehr Tourismus – findet Ihr an der Costa del Sol. Wenn Ihr mehr auf Kultur und Natur steht, dann passt die Costa de la Luz am besten.

Highlights Andalusien: Nerja

Festvorbereitungen in Nerja

Die idealen Reisezeiten sind im Frühjahr und Herbst. Der Sommer macht keinen Spass, außer Ihr seid ausgesprochene Hitzefanatiker. Besonders in den Städten wie Granada, Cordoba oder Sevilla , die nicht direkt an der Küste liegen, kann das Thermometer auf über 45 Grad klettern.

Highlights Andalusien: Weißes Dorf

“Weißes Dorf” in Andalusien

Abgesehen von der Hitze ist aber besonders der westliche Teil (Costa de la Luz) sehr entspannt. Die freundlichen Andalusier halten wenig von Hektik, was einen schnell in die perfekte Urlaubsstimmung bringt. Wenn Ihr zudem noch außerhalb der Schulferien reist, habt Ihr gerade im bergigen Hinterland die Straßen oft kilometerweit für Euch alleine.

Für einen guten ersten Überblick kann ich die Andalusien-Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag empfehlen:

El Puerto de Santa María

“El Puerto” ist ein angenehmer Kontrast zum nahe gelegenen Cádiz. Touristen werden hier im Wesentlichen durch die großen Sherry-Bodegas geschleust, für die das knapp 90.000 Einwohner-Städtchen bekannt ist. Trotz steigender Besucherzahlen fällt der Ort, zumindest in der Nebensaison, immer noch in die Kategorie “verschlafen”. Das meine ich in dem Fall aber im positiven Sinne.

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Es macht Spaß, das großzügig im Schachbrettmuster angelegte Zentrum zu erkunden. Neben der Hauptattraktion, dem Castillo San Marcos, solltet Ihr Euch die Stierkampfarena (Plaza de Toros) anschauen. Für mich einer der schönsten, die ich bislang in Spanien gesehen habe. Darüber hinaus ist ein Besuch bei Osborne, dem bekanntesten Sherry-Produzenten, obligatorisch. Falls Ihr nur wenig Zeit habt, könnt Ihr Euch auch ohne Führung in der Bodega umsehen.

Highlights Andalusien: El Puerto de Santa María

Stierkampfarena in El Puerto de Santa María

Die Hafenpromenade von El Puerto ist vom Ambiente her nicht wirklich ein Hit. Es gibt dort aber eine Reihe guter Fischrestaurants und Tapas-Bars. Mein Tipp ist das Bespoke, ein charmant eingerichtetes Restaurant mit ausgezeichneter Küche und sehr sympathischem Service.

Fazit: Cádiz und El Puerto in Kombination an einem Tag, das passt und lohnt sich.

Sanlúcar de Barrameda

Etwas belebter als El Puerto ist das nördlich von Cádiz gelegene Sanlúcar. Das hängt hauptsächlich mit seinem kleinen, auf einer Anhöhe gelegenen Altstadtkern zusammen, wo sich die meisten Touristen tummeln. Aber keine Angst, der Besucherandrang ist auch hier überschaubar. Eine große Bedeutung hatte Sanlúcar übrigens im 15. und 16. Jahrhundert als Kolumbus zu seiner dritten Amerika-Expedition und Magellan zur Weltumseglung von dort ablegten.

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Aufregende Sehenswürdigkeiten gibt es zwar nicht, aber die Altstadt (Barrio Alto) hat durch seine Lage und die “fortgeschrittene” Patina einen besonderen Charme. Manche Teile haben mich an das Altstadtviertel Alfama in Lissabon erinnert. Mitten im sogenannten Sherry-Dreick gelegen spielt natürlich das andalusische Nationalgetränk in Form von unzähligen Bodegas und kleinen Bars eine wichtige Rolle.

Highlights Andalusien: Sanlúcar de Barrameda

Sanlúcar de Barrameda

Fazit: Top. Ein Highlight ohne viele (touristische) Highlights.

Cádiz

Die Hauptstadt der Provinz Cádiz ist neben Sevilla der größte Touristenmagnet im Westen Andalusiens. Besonders wenn einer der Kreuzfahrtschiffe anlegt, wird die auf einer Landzunge gelegene Innenstadt mit Besuchern regelrecht überschwemmt. Cádiz hat zwei Gesichter. Zum einen den wirklich “pittoresken” Altstadtkern. Zum anderen die Neustadt mit ihren hässlichen Wohnblocks und den sich mittlerweile im Niedergang befindlichen Werftanlagen.

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Die Altstad ist zwar schnell erlaufen, trotzdem solltet Ihr Euch mindestens einen halben Tag Zeit nehmen. Ausgangspunkt ist der Plaza San Juan de Dios, sehr praktisch in der Nähe der beiden großen Parkhäuser und der Touristeninformation gelegen. Trotz der imposanten Gebäude wie die Catedral de Cádiz überzeugt Cádiz am meisten durch das Flair seiner engen Gassen. Das heisst: Kamera bereithalten und einfach loslaufen. Lunch empfehle ich auf dem lebendigen Mercado Central – ganz so wie es auch die “Gaditanos” machen.

Highlights Andalusien: Cádiz

Mercado Central – Cádiz

Fazit: Unbedingt anschauen – und hoffen, dass gerade kein Kreuzfahrtschiff seinen Bauch öffnet.

Die weißen Dörfer

Das “Hinterland” Andalusiens finde ich am spannendsten. Hier seid Ihr weg vom Strandtourismus und Euch eröffnet sich die weite, archaische Landschaft, die Andalusien so besonders macht. Das Highlight sind aber die sogenannten “weißen Dörfer” (span.: Pueblos Blancos), deren Ursprung meist phönizische oder römische Siedlungen sind.

Vejer de la Frontera

Das Markenzeichen sind die schmalen und oft abstrus steilen Gassen mit ihren weiß gekalkten Häusern. Es lohnt sich, in einem der Dörfer zu übernachten und speziell am frühen Morgen und späten Nachmittag das außergewöhnliche Licht mit der Kamera einzufangen. Einen guten Artikel über die weißen Dörfer findet Ihr unter nzz.ch.

Vejer de la Frontera

Schon die steile Anfahrt nach Vejer de la Frontera, das auf einem Hochplateau gelegen über der Landschaft thront, macht Laune. Oben angekommen seht Ihr gleich auf der linken Seite einen riesigen Parkplatz. Direkt daneben, ganz praktisch, ist die äußert hilfsbereite Touristeninformation. Zum Zentrum des Städtchens müsst Ihr noch ein paar Meter steil nach oben laufen, was aber mit dem phantastischen Ausblick auf die Tiefebene belohnt wird.

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Wie Ihr schon an den ersten Zeilen erkennen könnt, ist Vejer kein Geheimtipp (mehr). Dafür ist es zu verkehrsgünstig gelegen und auch schlicht und ergreifend zu schön, um nicht auf dem Reiseplan zu stehen. Neben dem Castillo und der noch sehr intakten Stadtmauer gibt es nur wenige wirkliche Highlights. Trotzdem zieht es mich immer wieder dorthin, weil es Vejer trotz der Touristen geschafft hat, entspannt und irgendwie auch authentisch zu bleiben.

Highlights Andalusien: Vejer de la Frontera

Vejer de la Frontera

Ein weiterer Grund ist mein gastronomischer Favorit, das verwinkelt-verwunschene El Jardín del Califa. Nach dem anstrengenden Auf- und Ab durch die engen Gassen ist das die perfekte Location, um bei lecker-orientalischer Küche zu relaxen.

Fazit: Vejer ist ein Muss und das mit den Touristen nur halb so schlimm. Der Besucherstrom verteilt sich geschickt durch die engen Gassen und Ihr habt genug Platz zum Entdecken.

Arcos de la Frontera

Krass. Wie komme ich da jetzt mit dem Auto hoch? Das war mein erster Gedanke bei der Anfahrt nach Arcos de la Frontera. Der Ort, auf einem hohen, schroffen Felsen gebaut, wirkt aus der Ferne fast surreal. Die wenigen befahrbaren Straßen sind teilweise so steil, dass man trotz Handbremse und erstem Gang immer noch Angst hat, ins Tal zurück zu rollen.

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Im Vergleich zu Vejer ist Arcos de la Frontera (ca. 30.000 Einwohner) nicht ganz so schmuckvoll und bunt. Dafür beeindruckt der Ort als Ensemble im Zusammenspiel mit der umgebenden Landschaft. Ich empfehle Euch, den Besuch der beiden Dörfer am gleichen Tag zu machen. Mit dem Auto dauert die Anfahrt von Vejer nur zirka eine Stunde. Am besten übernachtet Ihr dann in Arcos, es lohnt sich.

Fazit: Vejer und Arcos de la Frontera an einem Tag, das rockt und bleibt hängen. Und denkt daran: Beim Parken die Handbremse feste anziehen.

Medina Sidonia

Die ursprünglich phönizische Siedlung Medina Sidona ist mit zirka 11.000 Einwohner kleiner als die Hot Spots Vejer und Arcos de la Frontera und liegt etwas abseits der touristischen Hauptrouten. Gerade deshalb macht es Laune, entspannt durch die meist leeren und teilweise sehr steilen Gassen zu schlendern.

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Besonders gefallen hat mir zum einen das Conjunto Arqueológico Romano y Museo Arqueológico, das die überraschend intakten Reste des römischen Kanalysationssystems zeigt. Zum anderen lohnt sich der Anstieg zum Arco de Belén und zur Kirche Santa María. Am Kirchplatz findet Ihr zwei ordentliche Restaurants, die Euch für den Fußmarsch mit einem wundervollen Blick auf die Tiefebene belohnen.

Highlights Andalusien: Medina Sidona

Medina Sidona

Fazit: Macht das, wenn Ihr sowieso in der Nähe oder auf dem Weg nach Alcalá de los Gazules seid. Ein schöner Kontrast zu den anderen weißen “Vorzeige-“Dörfern.

Alcalá de los Gazules

Noch kleiner und ursprünglicher als Medina Sidona ist das eine halbe Stunde entfernte weiße Dorf Alcalá de los Gazules. Außer den Resten eines maurischen Kastells, der Kirche San Jorge und dem Rathaus gibt es keine wirklichen Sehenswürdigkeiten. Das Interessante an Alcála sind seine engen, verwinkelten Gassen und die Tatsache, dass der Ort noch fest in einheimischer Hand ist.

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Falls Ihr auf Natur und Hiking steht, ist Alcalá der perfekte Ausgangspunkt für Touren im angrenzenden Parque Natural Los Alcornocales. Auf der offiziellen Seite des Parks findet Ihr alle wichtigen Infos dazu. Leider hat dieses Mal die Zeit für Wandertouren gefehlt. Das steht aber bei meiner nächsten Andalusien-Reise ganz sicher weit oben auf der Liste.

Highlights Andalusien: Alcalá de los Gazules

Alcalá de los Gazules

Fazit: Ein kleiner Geheimtipp und in Kombination mit Medina Sedina oder dem nahegelegenen Nationalpark auf jeden Fall ein Besuch wert.

Fundación NMAC

Nur ein Katzensprung von Vejer de la Frontera entfernt befindet sich die Fundación NMAC (Montenmedio Arte Conemporáneo). Das 2001 eröffnete Freiluftmuseum ist eine außergewöhnliche Kombination aus einem 30 Hektar großen Skulpturenpark und verschiedenen Installationen, die in ausgedienten Militärbaracken gezeigt werden.

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Das künstlerische Niveau ist beeindruckend. Internationale Größen wie Marina Abramovic oder Olafur Eliasson präsentieren hier ihre Projekte, Skulpturen und Installationen. Nehmt Euch bei gutem Wetter mindestens zwei Stunden Zeit, um durch den top gepflegten Pinienwald zu streifen und die Exponate zu entdecken. Wenn nicht gerade eine Reisegruppe durch die Fundación geführt wird, habt Ihr dafür ausreichend Ruhe und Platz.

Highlights Andalusien: Fundación NMAC

Parklandschaft in der Fundación NMAC

Fazit: Unbedingt machen, am besten in Kombination mit einem Besuch in Vejer de la Frontera.

Sevilla

Wie eingangs beschrieben ist Sevilla einer DER Touristenmagneten in der Region. Trotz des Andrangs hat es die Stadt geschafft, sich nicht in ein Freilichtmuseum zu verwandeln. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass sich die Besucherströme im auf den touristischen Kern rund um die Catedral de Santa María und den Alcázar konzentrierenn. Zum anderen ist Sevilla irgendwie überall Altstadt, so dass es genug Raum für ein “normales” Stadtleben gibt.

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Obwohl Tourismus pur sind die beiden oben erwähnten Highlights, Catedral de Santa María und Reales Alcázares, ein Muss. Ich bin jedes Mal wieder neu von der besonderen Atmosphäre und den architektonischen Details fasziniert. Neben dem bekanntesten Teil der Altstadt, dem Barrio de Santa Cruz, solltet Ihr auch die davon westlich, beziehungsweise nördlich gelegenen Viertel Barrios Triana und La Macarena erkunden. Hier gibt es zwar keine außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten, dafür aber viel “einheimisches” Flair.

Highlights Andalusien: Tapas-Bar in Sevilla

Typische Tapas-Bar in Sevilla

Ach ja, und falls Euch jemand erzählen will, dass es in Sevilla die besten Tapas gibt – es stimmt. Wenn Ihr es kulinarisch doch etwas gediegener wollt, empfehle ich Euch das Az-Zait, bekannt für seine fast schon avantgardistische andalusischen Küche. Obwohl ich in Bezug auf Essen ziemlich anspruchsvoll bin – das war mein bisher bestes Restauranterlebnis ever, wirklich.

Fazit: Mein top Favorit in Andalusien und das schon zum vierten Mal. Ein El Dorado für Feinschmecker, Architektur- und Kulturfanatiker.

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