10 Fakten über Japan – Besonderheiten, die Dich überraschen werden

Japan ist extrem, und das in jeder Hinsicht. Als Europäer ist man anfangs überfordert, nicht nur visuell, sondern auch kulturell. Hier meine persönlichen Top 10 Überraschungen und Fakten über Japan nach drei spannenden Wochen. 

Kommunikative Japaner

Trotz der bekannten Zurückhaltung und Höflichkeit war ich während meiner dreiwöchigen Japanreise von der Kommunikationsfreude der Japaner überrascht, auch Fremden gegenüber. Setzt Euch einfach im Restaurant oder in einer Bar an den Tresen und ihr kommt ziemlich schnell ins Gespräch, auch wenn die Verständigung durch oft mangelndes Englisch anstrengend sein kann.

Fakten über Japan: Famile am Hafen von Osaka

Japanische Famile am Hafen von Osaka

Disziplin in der U-Bahn

Das BVG-Video Is mir egal kommt mir nach der Reise ziemlich dämlich vor. In Japan ist so ein Verhalten indiskutabel. Zwar stimmen die Bilder vom Gequetsche in der Tokioter U-Bahn. Dafür verzichten die Japaner auf nervige Klingeltöne und noch nervigere Telefonate. Ganz zu schweigen vom miefigen Döner oder der abgestandenen Molle. Essen und trinken in der U-Bahn macht man aus Rücksicht einfach nicht. Als Belohnung gibt’s dann selbst tief unter der Erde immer einwandfreien Internet-Empfang.

Fakten über Japan: Szene in der Tokioter U-bahn

Tokioter U-Bahn

Letzte Bastion für Raucher

Ich habe mich bei meiner Japanreise fast in die 70er Jahre zurückversetzt gefühlt, als noch das HB-Männchen aus dem Fernseher strahlte. Rauchen ist in fast allen Restaurants und Bars erlaubt. Aber mit der Kippe in der Hand rumlaufen oder irgendwo in der Ecke einen tiefen Zug nehmen, das gehört sich wiederum nicht. Im Freien rauchen darf man nur in speziell ausgewiesenen Bereichen und daran hält man sich auch strikt mit japanischer Disziplin.

Fakten über Japan: Verbotsschild "Rauchen auf der Straße verboten"

Verbotsschild: Rauchen beim Laufen verboten

Perfektion im Land des Kaizen

Perfektion scheint ein wichtiger Bestandteil der japanischen Kultur zu sein. Das übertrifft sogar die deutsche Gründlichkeit. Alles wirkt durchdacht und perfekt organisiert. Angefangen beim Abfallbeutel, den man im Zugabteil zu seinem Snack bekommt bis hin zur Hightech-Toilette mit eingebauter Sitzheizung, für die man fast eine Gebrauchsanweisung benötigt, um sie zu benutzen. [KaizenStreben nach kontinuierlicher und unendlicher Verbesserung]

Fakten über Japan: High-Tech Toilette

High-Tech Toilette in Tokio

Immer ein Klo in Sichtweite

Apropos High-Tech Toiletten: Japan hat wahrscheinlich die höchste Dichte an öffentlichen Toiletten weltweit. In jeder U-Bahnstation, jedem Kaufhaus oder Park gibt es im gefühlten Abstand von 100 Metern eine Toilette. Und die sind a) immer kostenlos und b) in aller Regel top gepflegt.

Verneigung vor dem Kunden

Die Schaffnerin im Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen verneigt sich im Abteil vor den Fahrgästen nach erfolgreicher Fahrscheinkontrolle. Auf dem Zebrastreifen verneigt sich der Fussgänger vor dem Autofahrer, der anhält – in Berlin undenkbar. Vor dem Abflug verneigt sich die Crew am Gate – inklusive dem Flugkapitän – vor seinen Fluggästen. Der Kunde ist Gott, wie man in Japan sagt.

Fakten über Japan: Food Market in Osaka

Food Market, Osaka

Klauen tabu

Japanische Städte gelten als die sichersten der Welt. Es scheint völlig normal zu sein, im Café seine Handtasche oder Laptoptasche unbeaufsichtigt am Platz stehen zu lassen, um sich ein Getränk zu holen. Und: man kann davon ausgehen, dass am Ende nichts fehlen wird. Das Phänomen scheint durch die japanische Kultur begründet. Einen guten Artikel dazu findet Ihr in der FAZ. In anderen Ländern, wo Großstädte und Touristenhochburgen Kleinkriminelle wie Magneten anziehen, ist das undenkbar.

Tattoos unerwünscht

Ich bin selbst tätowiert und es war eine Überraschung für mich. Obwohl Japan eine lange Tradtion der Körperbemalung hat, sind Tattoos in der Öffentlichkeit nicht gesellschaftsfähig. Sowohl im Beruf als auch im Privaten kann das zum Problem werden. In den traditionellen Bädern (Onsen) hat man häufig mit Tätowierungen keinen Einlass beziehungsweise muss sie abdecken. Am besten erkundigt Ihr Euch beim Betreiber vorher, ob erlaubt oder nicht. Einen guten Beitrag dazu findet Ihr in der ZEIT.

Fakten über Japan: Onsen-Bad in der Region Hakone

Onsen-Bad in Hakone

Gar nicht so teuer

Aha? Als ich das erste Mal vor 12 Jahren in Tokio war, lag das Preisniveau auf gleicher Höhe mit London oder Paris. Durch den Verfall des Yen sind etliche Produkte und Dienstleistungen günstiger als in Deutschland. Besonders Essen gehen liegt deutlich darunter. Selbst Unterkünfte in den Stadtzentren sind bei rechtzeitiger Buchung erschwinglich. Teuer sind aber nach wie vor Wohnungsmieten und Taxifahrten, wohingegen der Zug- und Nahverkehr preislich circa auf deutschem Niveau ist.

Omnipräsentes Manga

Ich hab’s für einen Mythos gehalten, aber Manga ist wirklich Teil der Alltagskultur. Und Manga bedeutet nicht nur Comics und Filme, sondern ist eine Kunst- und Lebensform, die von allen Schichten und Altersklassen konsumiert und gelebt werden. Am eindrucksvollsten zu bewundern ist das im National Manga Museum in Kyoto oder in den Straßen Tokios, wo die Outfits vieler Jungendlicher an die Ästhetik der Comic-Figuren erinnern.

Fakten über Japan: Manga-Mädchen in Kyoto

Manga-Mädchen in Kyoto

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